Die Geschichte des Skispringens
Skispringen ist im Vergleich zu manch anderen Sportarten relativ jung. Über die Entstehung verweisen
Quellen nach Norwegen, genauer in die Provinz Telemark Ende des 18. Jahrhunderts. Bergbauern vertrieben
sich die Zeit mit Skifahren und schanzten zum Spaß über kleine Unebenheiten oder Kuppen. Natürlich waren
die kleinen Schanzen schnell zu langweilig und wurden durch verschneite Scheunendächer oder mit Schnee
bedeckte, gestapelte Hölzer ersetzt. Als Ausrüstung verwendeten sie normale Skier aus Holz, die aus
einfacher Qualität waren und somit oft beim Landen zerbarsten. Als Bindungen dienten gewebte dünne Birken-
bzw. Weidenzweige. Weite Sprünge wie wir sie kennen schafften die frühen Anhänger des Sports noch nicht.
Sprünge über knapp 30 Meter waren selten.
Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts exportierten Studenten und Auswanderer den Sport von Norwegen nach
Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika. So fand in Österreich am 02. Februar 1893 der erste
Skissprungwettkampf statt. Man sprang wie in den Anfangszeiten über einen gefrorenen und verschneiten
Misthaufen. Im Laufe der Jahre wurde Dank intensivster Bemühungen die Technik verbessert, um größere Weiten
erzielen zu können. Änderte sich die von Torju Torjussen entwickelte Telemarklandung als Landungsstil seit
1883 kaum, so ging man allerdings weg von einer aufrechten Haltung während des Fluges, hin zum Vorlagenstil
bei dem der Körper beim Flug nach vorne gebeugt (Ski parallel) wurde. Heute wird noch immer der Vorlagenstil,
auch V-Stil genannt, praktiziert, allerdings werden die Skier nicht mehr parallel, sondern V-förmig gespreizt.
Dies gewährleistet eine optimierte Aerodynamik und somit bessere Weiten.
Als olympische Disziplin wurde das Skispringen 1924 aufgenommen. Der erste olympische Wettbewerb fand somit in
Chamonix Frankreich statt. Weltmeisterschaften wurden bereits ein Jahr später, 1925, ausgetragen. Seit 1953
springt die Weltelite bei der Vier-Schanzen-Tournee um die Wette.
Im Laufe der Jahre wurde an kleineren technische Veränderungen am Sprungstil gefeilt. Eine viel wichtigere
Rolle nahm seit den 70er Jahren das Material ein. So sind die Skier nicht mehr aus Holz gefertigt, sondern
aus Glasfaser. Auch die Kleidung wurde verbessert. Aus normalen Skihosen wurden ganze Overalls, die für
besseren Auftrieb sorgen sollten.
Skispringen ist heute beliebt wie nie zuvor. TV- und Printmedien erkannten die Gunst der Stunde als neue Stars
wie Martin Schmitt geboren wurden. Heute wird es als Formel 1 des Wintersports bezeichnet und dahingehend stark
vermarktet.
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