Die Geschichte des Judo
In der Geschichte der Sportarten kommt es äußerst selten vor, dass sie eine Einzelperson
ersinnt. Judo wurde ca. 1880 von dem damals 20 Jahre alten Student der kaiserlichen
Universität in Tokyo Jigoro Kano erfunden. Judo, was soviel heißt wie "Sanfter Weg",
leitete er vom Jiu-Jitsu ab. Bereits 1882 eröffnete er in Tokio "Kodokan" ("Schule zum
Studium des Weges") seine eigene Schule. Judo war, entgegen den meisten Kampfsportarten,
von ihm entschärft worden. Er vermied gefährliche und schmerzhafte Schläge. Kano suchte
vielmehr die goldene Mitte. Sein Ziel war es, den Menschen in Einklang mit Natur und
Umwelt zu bringen. Judo fand schnell Anhänger in ganz Japan.
Kano trug die Idee früh nach Europa. Speziell England hatte es ihm angetan. Es ist somit
nicht erstaunlich, dass der erste Verein Europas in England 1918 gegründet wurde. Judo war
inzwischen so weit etabliert, dass die Pariser Polizei Anfang des 20. Jahrhunderts es in
ihre Grundausbildung aufnahm. 1926 fand der erste internationale Wettkampf statt. Deutschland
spielte dabei eine übergeordnete Rolle, da die Deutschen zur Premiere gegen die Mitglieder
des Vereins in England kämpften. Anhänger gründeten 1948 die "Europäische Judo Union" in der
Schweiz. In Japan dauert es ein Jahr länger bis zur Gründung des japanischen Judoverbandes.
Der Deutsche Judo Bund (DJB) wurde 1956 mit Sitz in Frankfurt/Main ins Leben gerufen. Im
gleichen Jahr fanden die ersten Weltmeisterschaften in Tokio statt. Fünf Jahre zuvor kämpften
Judoka um den Europameistertitel. Olympisch ist die Sportart seit 1972 bei den Herren und seit
1992 auch bei den Frauen.
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